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Wie kommt es zu einer Blockade?

Aus aktuellem Anlass…

Zu meiner üblichen Zeit, wache ich nach einem guten Nachtschlaf auf. Alles ist wie immer; der Kaffee, heute aus der Stempelkanne, schmeckt herrlich, ich schaue mal auf das Handy, lege mir Naturgeräusche auf die Kopfhörer und setze mich an den Esstisch und scrolle ein wenig durch die Netzwerke.

Wie immer, versuche ich aufrecht zu sitzen, denn ich predige nicht nur sondern setze meine eigenen Hinweise auch so oft wie möglich um. Und dann passiert es:

Ich hebe den Kopf und strecke den linken Arm horizontal aus, um mich leicht zu dehnen. Es knirscht leicht links von meiner Wirbelsäule, auf Höhe von C7 und T1. Ich merke sofort, dass ich jetzt eine Blockade habe. Gleichzeitig fällt mir ein, dass ich heute eine Kollegin in der alten Heimat besuchen werde. GERETTET!

Was ist passiert?

In meiner Vorstellung muss folgendes passieren, um eine Blockade zu erzeugen:

  1. Vorbedingungen, die eine Blockade wahrscheinlicher machen:
    1. Eventuell habe ich in einer nicht sehr ergonomischen Position geschlafen.
    2. Zu lange in einer nicht optimalen Position gesessen.
    3. Unbedachte Bewegung aufgrund eines ungewöhnlichen Geräusches gemacht.
    4. Mich kurz geärgert, dass mein Sohn keine Nachricht über seinen nächtlichen Aufenthaltsort geschickt hat.
  2. Durch diese Bedingungen befand sich meine Wirbelsäule in einem ungünstigen Spannungsverhältnis.
  3. Um eine Bewegung problemlos durchzuführen, muss die axiale Muskulatur (Wirbelsäulen Muskulatur) das Gelenk führen. Dies geschieht über eine Anspannung, die wenige Zehntelsekunden vor der eigentlichen Bewegung beginnt. Läuft dies korrekt ab, werden die Gelenkflächen so zueinander gestellt, dass der Flüssigkeitsfilm im Gelenk ein reibungsarmes Gleiten ermöglicht.
  4. Ohne diese ‘Vor-Anspannung‘ kann es sein, dass die Gelenkflächen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) durch den zu spontan auftretenden Zug der Schultermuskulatur, zu dicht zusammenkommen. Durch die Morphologie der kleinen Wirbelgelenke, sind die Gelenkflächen nicht eben und plan, sondern wölben sich an den Rändern leicht nach außen. Daher gibt es eine Art Meniskus bzw. Dichtungsring, der für eine größere Kontaktfläche und eben auch den korrekten Abstand zwischen den Gelenkflächen sorgt. Diese Struktur ist mit der Gelenkhaut (Synovium) bedeckt.
  5. Wenn durch diese nicht muskulär unterstützte Mikro-Bewegung das Synovium mechanisch unter Druck gerät, kommt es zu Schmerzen.
  6. Die axiale Muskulatur reagiert auf diesen Schmerzreiz und verspannt sich. Diese Spannung baut sich weiter auf und wird später häufig mit Massagen oder muskelentspannenden Mitteln versucht zu lösen.


In der Chiropractic gehen wir davon aus, dass es mehr Sinn macht, dass betroffene Gelenk so schnell als möglich wieder in Bewegung zu bringen. Dies geschieht mit der sehr effektiven, sicheren und, bei optimaler Anwendung durch eine Chiropraktorin, angenehmen HVLA Justierung.

Und genau darauf freue ich mich jetzt später am Tag.

Denkanstöße, Tipps und Übungen für den Alltag?