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Anekdaten

Eine miese Wortschöpfung; ein wichtiger Unterschied

Ich bin enttäuscht.

Von der Art und Weise wie viele Menschen ihre akademische Ausbildung nutzen.

Ein akademischer ‚Abschluss‘ wir’s genutzt um eine Webseite oder ein Türschild zu verschönern.

That plaque of platinum status

is whack, if I‘m not the baddest.

EminEm – ‚till i collapse

Anders ausgedrückt: Ein beendetes Studium ist kein ‚Abschluss‘. Es ist der Anfang lebenslangen Lernens.

Ich kann mich noch gut an die kurzzeitige Freude erinnern, die ein akademischer Abschluss erzeugt. Und an die Ernüchterung danach, denn die Aufgaben und die Verantwortung die jetzt kommt, ist noch viel größer als vorher. Und wie immer hast Du zwei Möglichkeiten; Dich auf Deinen Lorbeeren ausruhen und Deinen Jahrzehnte alten Titel vor Dir hertragen oder dieses Wissen um den akademischen Prozess weiter nutzen und alle Deinen liebgewinnen Erkenntnisse hinterfragen und durch neues Wissen zu ersetzen.

Extremer Bias

Leider sehe ich sehr viele studierte Menschen in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien, die selbstzufrieden auf ‚Fakten‘ und ‚Studien‘ hinweisen ohne offenkundig auch nur einmal weitergeklickt zu haben um den Links zum Original zu folgen. Oder von vornherein lediglich die Meldungen zu lesen und zu teilen, die ihrem Weltbild entsprechen.

Anekdoten von einem Arzt den Du gut kennst sind nicht wertlos. Wenn Anekdoten aufgezeichnet werden entstehen Fallbeispiele. Eine Sammlung solcher Fallstudien kann den Anstoß geben, die beschriebenen Phänomene in einer Beobachtungsstudie näher zu betrachten. Wenn der Trend der Beobachtungen auch dort ersichtlich bleibt, dann wäre eine prospektive randomisierte Doppel-Blind Studie angezeigt. Durch diesen absolut nicht fehlerfreien Prozess lässt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit herausfiltern, ob die in den Anekdoten beobachteten Effekte eine breitere Allgemeingültigkeit haben.

Nicht immer ist die richtige Zeit für alle diese Schritte. Aber ich bestehe darauf, dass die akademisch ausgebildete Person sich mit tendenziösen Meinungsäußerungen zurückhält, bis es mehr Fakten gibt, als individuelle Ansichten.

Sich nur das herauszusuchen, was die eigenen Meinungen untermauert, ist unehrlich und täuscht die Menschen, die mit einem akademischen Titel auch eine ausgewogene Betrachtung der Fakten verbinden. Mit Rechten kommen eben auch Pflichten.

Denkanstöße, Tipps und Übungen für den Alltag?